BRIAN LOPEZ - Ultra

Release: 09/2011

Format: CD, Vinyl, Download

Tracks: 11

Catalogue:

LPM 31-1 (vinyl + mp3 download code)

LPM 31-2 (cd)


TRACKS

Montjuic

Under Watchful Eyes

Red Blooded Rose

I Pray For Rain

The Killing Moon

Maslow's Hierarchy

El Pajaro Y El Ciervo

Molly

Where The Cold Wind Blows

El Vagabundo

Leda Atomica


Das ultrafaszinierende Debüt von Brian Lopez

Einen Engelschor in der Stimme, Americana in der Seele und Flamenco im Herzen – Brian Lopez stellt sich mit seinem Debüt „Ultra“ an die Spitze der neuen Musikergarde aus Tucson, Arizona. Zwischen Kammerpop und großem Gefühl, zwischen Wüstenrock und epischen Melodien hören wir ein Album, das klassischen Croonern wie Roy Orbison zur Ehre gereicht – und doch ganz zeitgemäß klingt: ultramagisch, ultrafasziniernd, ultra Brian Lopez.

Nur sein Look, eine Mischung aus Arthur Lee und Jimi Hendrix, erinnert noch an die musikalischen Wurzeln – früher spielte Brian Lopez tatsächlich in einer Rockband. Die nannten sich Mostly Bears und zelebrierten einen exzentrischen Stil-Mix aus Pixies und Radiohead. Davon ist der 28-jährige Crooner heute jedoch meilenweit entfernt. Für sein Solo-Debüt entdeckte Lopez seine spanischen Ursprünge und schuf einen faszinierenden Stil, den er selbst als „Retro-psychedelischen Kammerpop – mit etwas Klapperschlange“ bezeichnet. „Ultra“ ist ein überwältigendes Debüt, mit dem sich Brian Lopez neben Giant Sand und Calexico als dritter großer Exportartikel seiner Heimatstadt Tucson etablieren wird.

Das unvergleichlich hohe Timbre in Lopez’ Stimme lässt uns die Nackenhaare zu Berge stehen. Dabei hat er nur aus der Not heraus mit dem Singen angefangen. In seiner Band Mostly Bears, wo er sich als Gitarrist im Hintergrund aufhielt, war sonst keiner, der einen geraden Ton aus der Kehle bekam – Brian Lopez musste einfach ans Mikro. Mit der Zeit entwickelte er seinen eigenen Gesangsstil und gab seiner Stimme an der Musikschule von Tucson den letzten Schliff. Lopez studierte sogar Opern-Gesang. Die Folgen sind unüberhörbar, auch wenn er gekonnt jede zu artifizielle Modulation umschifft.

Für sein Solo-Debüt begab sich Brian Lopez auf eine musikalische Reise, die ihn stilistisch weit weg von seinen eigentlichen Rock n’Roll –Wurzeln führte: „Ich wollte mit „Ultra“ meine eigene Vision von einem zeitlosen Sound verwirklichen. Ich hörte viel Roy Orbison, Patsy Cline und Sam Cooke. Alte Album-Klassiker. Ich mag diesen organischen Sound. Deswegen gibt es auf „Ultra“ auch keine Drum-Samples, keine Vocoder oder Midi-Synthesizer. Die Songs wurden live von einer sechsköpfigen Band eingespielt und es gibt keine billigen Tricks. Sogar die Kirchenglocken, die man hört, sind echt.“ Keine Selbstverständlichkeit in Zeiten von Auto-Tune und hochgerüsteten Digital-Studios.

Als gelernter Gitarrist und Pianist konnte der 28-jährige Lopez mit „Ultra“ zum ersten Mal 100 % seiner musikalischen Vorstellungen verwirklichen. Befreit von internen Band-Diskussionen entwickelte er einen ungebremsten Ideenreichtum, das Songwriting ging ihm besonders locker von der Hand: „Es war die einfachste musikalische Unternehmung, an der ich je Teil genommen habe.“ Es entwickelte sich ein natürlicher Flow und ein kreativer Prozess, an dessen Ende ein Album mit einem zeitlosen-klassischen Sound und doch ganz eigenem Charakter steht.

Die Inititalzündung für „Ultra“ sieht Lopez in einer Europa-Reise, die ihn als 22-jährigen nach Spanien führte. „Ich habe für 6 Monate in Barcelona gelebt. Ich war das erste Mal überhaupt weg aus Tucson. Diese Erfahrung hat eine Büchse der Pandora für mich geöffnet. Ich habe herausgefunden, wie sehr ich das Reisen liebe, das Eintauchen in fremde Kulturen und das Lernen von fremden Sprachen. Ich habe gemerkt, wie sehr mir das musikalische Vagabunden-Leben gefällt.“ Hier schnappte Lopez auch ein Zitat von Salvador Dali auf, der sich selbst in einem Interview als „eine Sau, die auf dem Weg zum Non-Plus-Ultra wandert“ beschrieb. Er mochte das Bild so sehr, dass er sich aus dem Spruch den Album-Titel entlieh.

Lopez, dessen Familie spanische und mexikanische Vorfahren hat, entdeckte mit diesem Trip einen wichtigen Teil seiner eigenen Wurzeln. Der andere, der mexikanische Teil ist im Süden der USA ohnehin allgegenwärtig. Dass es auf „Ultra“ auch spanischen Gesang gibt und ist also kein Wunder. Auch nicht, dass Lopez den mexikanischen Flamenco-Sänger Salvador Duran als Duett-Partner für das magische „El Pajaro Y El Ciervo“ („Der Vogel und der Hirsch“) einlud. Das Resultat hat es in sich: ein Stück, dass kongenial Groove und Melodie miteinander vereint und beide Stimmen zur vollen Entfaltung kommen lässt.

„Ultra“ lebt neben der stimmlichen Klasse von Brian Lopez von seinem organischen Sound und verzaubert immer wieder durch raffinierte Streicher-Arrangements, die die Stärke der Songs voll zur Geltung bringen. Vom wuchtigen Eröffnungsstück „Montjuic“, über das mystische „Where The Cold Wind Blows“ bis zum epischen Finale „Leda Atomica“ besticht „Ultra“ durch eine emotionale Intensität, die den Hörer von Beginn an gefangen nimmt und mitreisst. Wie ein roter Faden zieht sich ein sentimentaler Grundton durch die elf Songs und macht „Ultra“ zu einem Album wie aus einem Guss. Nur wenn Brian Lopez als Sohn der Sonora-Wüste nach Regen betet, stößt er an seine Grenzen. Denn Regen fällt in seiner Heimat – abgesehen von ein paar Monsun-Stürmen im Spätsommer, so gut wie nie.

Tucson. Für Musik-Experten ist die Stadt als Heimat von Calexico und Giant Sand längst ein Begriff. Eins der best gehütetsten Geheimnisse der US-amerikanischen Indie-Szene aber ist die Vielfalt und Qualität, die sich im Süden von Arizona – jenseits der beiden großen Namen – entwickelt hat. Sergio Mendoza Y La Orkesta, dessen Speed-Mambo bereits vor seinem ersten Release in der Lage ist, große Hallen zu füllen. Oder das Silver Thread Trio mit ihrem extravaganten Neo-Neo-Folk, Gabriel Sullivans Mix aus Swamp Blues und Gypsy-Musik – nicht zu vergessen der genialische Singer-Songwriter Andrew Collberg und die Neo-Chanson-Sensation Marianne Dissard. Die Stadt mit ihren zahlreichen Live-Clubs hat sich zu einem brodelnden Melting Pot entwickelt. Wer einmal Amerikas „kleinste Großstadt“ besucht hat wird schnell feststellen, dass in Downtown Tucson, Musik allgegenwärtig ist: vom Rock n’ Roll Hotel „Hotel Congress“ über kleine Clubs wie Plush, Sky Bar und Red Room bis hin zu den großen Hallen wie, Hut, Rialto und Fox. Klar, dass die hiesige Radio-Station KXCI inzwischen der heimischen Szene eine eigene Sendung mit dem Titel „Locals Only“ gewidmet hat. Einer der meistgespielten Acts des Senders der letzten Jahre war die exentrische Rock n’Roll Band Mostly Bears. Deren Frontmann Brian Lopez lässt die Band ruhen und setzt nun zu seiner Solo-Karriere an. Es sollte nicht lange dauern und die musikalische Wüstenmetropole hat bald einen neuen großen Namen.

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