FRANCOIZ BREUT - La Chirurgie des sentiments

Release: 12.10.2012

Format: CD, Download

Tracks: 11

Catalogue:

LPM 36-2 (CD)


TRACKS

BXL Bleuette

Marie-Lise

L'Astronome

La Gomme

Werewolf

L'ennemi invisible

Cabinet de curiosités

La chirurgie des sentiments

Michka Soka

Potron minet

L'éclat du jour


Schönheit mit Widerhaken – Eine Stimme aus dem echten Leben

Françoiz Breut ist zurück! Und damit eine er schönsten und charaktervollsten Stimmen im französischen Pop. Mit ihrem neuen Studioalbum "La chirurgie des sentiments" fügt Breut ihrer facettenreichen Karriere ein neues Glanzlicht hinzu. Drei Jahre nach dem Vorgänger "A l'aveuglette", das gemeinsam mit ihrer damaligen Band entstanden war betritt Breut wieder musikalisches Neuland: "La chirurgie …" ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit Gitarrist Stépahne Daubersy und den Soundideen der Brüder Nicolas und Fabrice Laureau (Don Niño, NLF3, Bright Eyes, Long Fin Killie). Das Ergebnis: 11 neue Songs voller Leichtigkeit und Spontaneität, denen man die Spielfreude anhört. Françoiz Breut 2012 – eine eindrucksvolle Rückkehr.

Nach einer gemeinsamen US-Tour mit Marianne Dissard im Herbst 2010 fasste Françoiz Breut den Entschluss, wie sie die Aufnahmen zu ihrem 5. Album angehen wollte: "Während der letzten Konzerte stand ich mit Stéphane Daubersy auf der Bühne und so schien es nur logisch, dass wir auch die neuen Stücke zusammen bearbeiten würden. Kurz nach der US-Tournee haben wir uns an die Arbeit gemacht mit dem Vorsatz Spontanität, Spiel und Freude den Vorzug zu geben. Ausgangspunkt waren dabei meist kleine Ausschnitte aus 7-Inches, die Inspiration für den Rhythmus oder die Melodie waren. Die habe ich Stéphane vorgesungen und er hat sie auf der Gitarre umgesetzt. Wir haben im wahrsten Sinne zusammen gespielt und sind so sehr instinktiv vorgegangen, ohne wirklich zu wissen, wo es uns hintreiben würde."

Ein gutes Beispiel für das Songwriting-Prinzip ist das wunderbare Stück "Michka Soka": "Nach einem Film über die Temptations begann mein Sohn Michka mit den Fingern zu schnipsen und zu singen, ich habe ihn dabei aufgenommen und dann Stéphane darum gebeten, einen Rhythmus zu seinem Fingerschnipsen zu finden – und so ist es Teil des Songs geworden".

Zusätzlichen Groove liefern die Laureau-Brüder, deren Arbeit an Produktion und Mix man den Elektropop-Hintergrund anmerkt. So entsteht ein faszinierender Mix aus Chanson, Indie-Pop und raffinierten Soundtüfteleien, die einen kraftvollen, modernen Sound erschaffen. Wobei alle Genrezuschreibungen eigentlich überflüssig sind: ein Françoiz Breut-Stück bleibt durch die Kraft des Gesangs immer erkennbar und versprüht eine eigene Magie, die der Sängerin so leicht niemand nachmacht.

"Ich lege viel Wert darauf, dass meine Stimme im Mix ihren Platz hat. Ich denke, dass ich das inzwischen besser beherrsche, als früher. Ich hoffe, mehr Sicherheit damit gewonnen zu haben. Ich habe wieder Freude daran gefunden, wie ein Vogel zu singen."

Wie schon auf dem Vorgänger schrieb Breut auch für "La chirurgie ... " wieder fast alle Texte selbst. Die Metamorphose von der reinen Interpretin (auf den ersten drei Alben sang Françoiz ausschließlich Stücke anderer Künstler) zur Autorin ihrer Stücke ist endgültig vollzogen. Das bringt auch mit sich, dass die Künstlerin ein sehr unmittelbares Verhältnis zu ihrem Material hat: "es handelt sich um ein sehr persönliches Album, denn es fällt mir schwer, Geschichten zu erfinden, von denen ich komplett losgelöst bin, alles ist inspiriert von meiner persönlichen Geschichte."

Das fängt beim wunderbaren Opener "Bruxelles bleuette", einer fulminanten Hommage an ihre Wahlheimat, an. Ein schleppender, scheppernder LoFi-Loop als atmosphärischer Teppich, aus dem sich erst durch eine Orgelfigur und dann durch den Einsatz der Stimme ein Klanggebilde entwickelt, das die unpolierten Seiten der Straßen Brüssels und seine pittoresken Ecken in Musik verbildlicht. "Es ist eine Liebeserklärung an die Stadt, die mich vor Jahren aufgenommen hat und deren Makel ich mittlerweile zu akzeptieren gelernt habe, genauso wie ich die schönen Seiten schätze."

Die Idee einer gebrochenen Schönheit ist in allen Stücken zu finden: Haken und Schrammen, als kontrastierende Elemente verleihen den Harmonien und Melodien Charakter und Würde und machen Breuts Geschichten noch lebendiger. Ein weiteres Beispiel dafür ist das Lied "Marie Lise", das von den zwiespältigen Gefühlen zwei junger Mädchen erzählt, die ihrem Leichtsinn folgend durch die Nacht trampen, um auf eine Party zu kommen. Ein sich langsam steigerndes Stück, das seinen emotionalsten Akzent nicht umsonst auf dem Wort "danse" findet – und so die losgelöste Stimmung heiterer Unvernunft perfekt illustriert.

Françoiz Breut ist eine Frau, die mit beiden Beinen mitten im Leben steht. Sie kann es sich leisten, das Wohlergehen ihrer Kinder über die Zwänge des Musikgeschäfts zu stellen. Ihre Authentizität zieht sich wie ein roter Faden durch das Album – mit einer Ausnahme: die Coverversion des Michael-Hurley-Songs "Werewolf", das ihre Fans schon seit Jahren aus ihrem Live-Repertoire kennen. Hier beweist die Sängerin in brillanter Marnier, dass sie nicht verlernt hat, Fremdkompositionen mit ihrer eigenen Aura so zu interpretieren, als wären sie für sie geschrieben worden. Ein Rückgriff auf die Zeit vor "À l’aveuglette", der sich trotzdem perfekt in die neuen Songs einfügt.

"La chirugie des sentiments" ist ein Album, das Spielfreude und Breutsche Eleganz versprüht, mit schlanker, moderner Produktion, einem urbanem Sound und entspanntem, lässigem Charme. Vielleicht die beste Breut, die es je gab.

Die deutsche Version der CD und das digitale Booklet zum Download-Album enthalten die wunderschönen Texte von Françoiz Breut in deutscher Übersetzung.

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